SICHERE ÜBERGÄNGE TROTZ UNTERSCHIEDLICHER KABEL-DURCHMESSER
Die Grundlage für die neue EHV-Verbindung an der Westküste des Peloponnes bilden zwei jeweils drei-phasige Seekabel. Diese werden an den beiden Ufern durch IXOSIL-Übergangsmuffen (Land-/Seekabel) von PFISTERER an die Landkabel angeschlossen. Im Verlauf folgen weitere Muffen in 300 bis 800 m Abstand. Beim Anschluss zwischen See- und Landkabel sorgen die IXOSIL-Muffen und SICON-Verbinder außerdem für einen sicheren Übergang der unterschiedlichen Kabel-Durchmesser von 1.200 mm2 Seekabel auf 2.500 mm2 Landkabel. Zur Kontrolle und Funktionsüberwachung ist jeweils eine Phase der Seekabel und Landkabel mit einem Lichtwellenleiter ausgerüstet.
Bei der EHV-Verbindung in der Meerenge von Rio-Andirrio handelt es sich um gleichartige XLPE-Kabel, jedoch sind die Garnituren von PFISTERER grundsätzlich universell einsetzbar und mit XLPE-Kabeln aller Anbieter kompatibel. Neben der Planung, Fertigung und Lieferung übernimmt PFISTERER auch die Montage der Muffen und Endverschlüsse durch eigene EHV-spezialisierte Monteure. Die Muffen werden dabei an Land in Schächte gelegt und anschließend vergraben. Das Gebiet des Golfs von Patras gilt als seismisch aktiv, zumal die 65 Meter tiefe Meerenge auf einer tektonischen Bruchzone liegt. Eine Herausforderung für alle Infrastrukturanlagen, die deshalb entsprechend erdbebensicher ausgeführt werden müssen.
AUF ERHÖHTE ANFORDERUNGEN FÜR GRIECHENLAND GETESTET
Die Planungen für die Land-Seekabel-Verbindung starteten vor rund fünf Jahren, vor einem Jahr erhielten Hellenic Cables und PFISTERER den Auftrag zur gemeinsamen Umsetzung. Die beiden Partner arbeiten seit rund 15 Jahren überwiegend in Europa, aber auch international erfolgreich in gemeinsamen MV-, HV- und EHV-Projekten zusammen. Bereits 2016 erfolgte eine kabelspezifische Systemprüfung der Garnituren für 420 kV von PFISTERER mit Hellenic Cables nach IEC 62067. „Für die Qualifizierung wurden die CONNEX- und IXOSIL-Garnituren darüber hinaus entsprechend den höheren Anforderungen des griechischen Netzbetreibers anstelle der üblichen Phasen-Erde-Spannung von 220 kV auf 230 kV getestet. Die Blitzstoßtests wurden von 1.425 kV auf 1.550 kV erhöht. Die Systeme von PFISTERER bestanden dabei alle Tests mit Bravour – eine wichtige Voraussetzung für das jetzige EHV-Projekt“, berichtet Lambros Papadias, PFISTERER-Delegate für Griechenland und benachbarte Balkanländer. PFISTERER ist derzeit einer der wenigen Garnituren-Anbieter weltweit, die diese erfolgreiche Prüfung nachweisen können.